Als die Sprunglauf-Elite den Oberharz stürmte
Geschrieben von admin am 10. June 2018 22:00
Als die Sprunglauf-Elite den Oberharz stürmte
Verkehrsverein und Ski-Club weihen am Freitag (08.06.2018) eine Schautafel zur Erinnerung an die Große Altenau-Schanze ein

Altenau. Vor 50 Jahren fanden zum zweiten und letzten Mal die Deutschen Nordischen Meisterschaften in Altenau statt. Der örtliche Verkehrsverein mit Alexander Ehrenberg an der Spitze und der Ski-Club Altenau von 1898 nehmen dies zum Anlass, am Auslauf der Großen Altenau-Schanze – dort, wo heute die Pagode des Kräuterparks steht – gemeinsam eine neue Schautafel zur Erinnerung einzuweihen.
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Als die Sprunglauf-Elite den Oberharz stürmte
Verkehrsverein und Ski-Club weihen am Freitag eine Schautafel zur Erinnerung an die Große Altenau-Schanze ein

Altenau. Vor 50 Jahren fanden zum zweiten und letzten Mal die Deutschen Nordischen Meisterschaften in Altenau statt. Der örtliche Verkehrsverein mit Alexander Ehrenberg an der Spitze und der Ski-Club Altenau von 1898 nehmen dies zum Anlass, am Auslauf der Großen Altenau-Schanze – dort, wo heute die Pagode des Kräuterparks steht – gemeinsam eine neue Schautafel zur Erinnerung einzuweihen.

Königsdisziplin

Treffpunkt dazu ist am Freitag um 15.30 Uhr am Parkplatz des Kräuterparks. Im Anschluss wird es Kaffee und Kuchen im Kräuterpark geben. Der Präsident des Niedersächsischen Skiverbandes, Walter Lampe, wird einen Film über die Meisterschaften von 1957 zeigen. Alle Interessierten werden um Anmeldung bei Waltraut Graf, Telefon (0 53 28) 367 oder per E-Mail an graf.altenau@t-online.de gebeten.
Die nordische Kombination ist eine Wintersportart, welche die beiden Einzeldisziplinen Skispringen (bei den Nordischen auch als Sprunglauf bezeichnet) sowie Skilanglauf kombiniert. Diese Mehrkampfsportart gilt als Königsdisziplin des nordischen Skisports.
1957 und zuletzt 1968 konnte der Ski-Club Altenau die Meisterschaften und damit die Spitze des bundesdeutschen nordischen Skisports in den Harz holen, erinnert Ehrenberg. Ausgetragen wurden sie unter großer Medienpräsenz auf der „Großen Altenau-Schanze“ und den umliegenden Loipen. Zahlreiche Sonderzüge hielten am Bahnhof. Die Bundespost musste ein Sonderpostamt eröffnen. Altenau erlebte einen Ansturm von bis zu 20.000 Gästen an nur einem Tag. Die ganze Stadt war auf den Beinen, um diese Meisterschaften zu begleiten.

Olympia-Sprungbrett

Einer der berühmtesten heimischen Springer auf der Großen Altenau-Schanze war Walter Lampe, der spätere langjährige Bürgermeister der Samtgemeinde Oberharz und Präsident des Niedersächsischen Skiverbandes. Zu seinen größten Erfolgen gehörte die Qualifikation zur Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 1968 in Grenoble und der Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1970 in Schönwald im Schwarzwald.

Rollschnee und Skiwachs

Den Schanzenrekord sprang Oswald Schinze aus Willingen am 25. Februar 1968 beim 3. Durchgang der Deutschen Nordischen Skimeisterschaften mit 80 Metern. Unvergessen blieb das Wirken des eigens zu dieser Meisterschaft angereisten norwegischen Wintersportexperten Professor Arne Leybush, der unter anderem der Erfinder der Schneespaltung, des wettkampftauglichen Rollschnees und Weltexperte für Skiwachs ist. Ihm zu Ehren wurde im nahegelegen Tischlertal unterhalb des Skistadions ein Gedenkstein aufgestellt.
Bis Mitte der 1970er Jahre wurde auf der Großen Altenau-Schanze gesprungen. 1977 wurde der Anlaufturm abgebaut. Heute gibt es im gesamten Harz keine für nordische Meisterschaften wettkampftaugliche Großschanze und demzufolge auch keine entsprechenden Meisterschaften mehr. red/bf


Die 1950 eingeweihte Große Altenau-Schanze war bis 1977 die größte in Norddeutschland.
Foto: Archiv Hans-D. Müller